Das Projekt - Bewegung und imaginärer Raum
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2010-11-12 12:01 PM
"Am Anfang und je mehr ich der Grenze entgegenging, bildeten meine Schrittgeräusche einen Widerhall meiner Ratlosigkeit gegenüber des vor mir liegenden Weges. Meine Schritte sind aber gleichzeitig die Selbstsicherheit angesichts des bereits bewältigten Weges. Die Erinnerung ist mein gesichertes Terrain. Die Landkarten der frühen Entdecker waren prozessuale Entstehungsvorgänge: weiße Flecken werden in Wissen verwandelt. Im Mittelalter wurden die unbekannten Gebiete noch mit Phantasien angefüllt, mit Ungeheuern oder dem Eldorado, dem Goldland, dem Paradies.
Heute blicken orbitale Augen, die Satelliten, einen Lidschlag lang auf die Oberfläche der Welt und entschlüsseln im Handstreich ihre geheimen Botschaften. Aber all dies entspringt doch nur der irrigen Vorstellung, dass wir überhaupt wissen können, wie der Raum beschaffen sei."
Die Erinnerung braucht einen Gegenstand
In der Erinnerung erstarrt die Zeit, um sie im Fluss des Vergehens habhaft zu machen. Übergänge, Unschärfen und Undeutlichkeiten haben es schwierig im Bernstein der Erinnerung fixiert zu werden. Und so ist die Wahrnehmung von Raum die Wahrnehmung seiner Grenzen. Erst der Grenzübertritt, ob geographisch, kulturell, ethnisch oder künstlerisch, macht uns den Raum des hinter uns Gelassenen begreiflich. Nirgens ist ein Land oder ein Mensch so nah seiner Essenz, wie an der Grenze zum nicht mehr Sein. Kann aber auch der Übergang grenzenlosen Raumes einen Sinn hervorbringen?
Das Netz der Erfahrungen und das Projekt ta|ka|ta|ko -
Entsteht gerade im Spannnungsfeld zwischen hier und dort, zwischen "es war" und "es wird sein" so etwas wie eine Landschaft, die zu erkunden lohnt? Mit dem Projekt takatako | passport soll der Versuch unternommen werden, im Transit einen Ort zu etablieren, an den sich Erinnerungen knüpfen können. So ist jeder Teilnehmer aufgerufen, seine Transiterfahrungen zu übermitteln
und so einen neuen Raum erfahrbar zu machen.
Infos über die Teilnahme an diesem Projekt --->
Uwe Koch | Dietrich Kluge | Passport-Projekt
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